Obwohl das erste Serien-Elektrorad bereits 1932 produziert wurde und seitdem immer wieder neue Ansätze stattgefunden haben, die Pedalkraft zu unterstützen, ist die Technik tatsächlich erst in den letzten Jahren so praxistauglich geworden, dass die klassischen Vorurteile gegenüber Fahrrädern mit Trethilfe kaum noch ins Gewicht fallen. Niemand spricht heute noch von Behindertenoder AlteLeuteFahrrädern. Der Markt profitiert vor allen Dingen von der rasanten Entwicklung auf dem Sektor der Batterien. Haben noch vor ca. fünf Jahren Akkus bei einer Reichweite von maximal 25 Kilometern knapp zehn Kilo gewogen, bekommt man heute bei einem Gewicht von etwas über 3 Kilo eine Reichweite von mehr als 100 Kilometern und die Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft. Zusätzlich sind die Batterien deutlich kleiner geworden, sodass die Optik der Räder sehr viel dezenter ausfällt und man häufig zweimal hinschauen muss, um überhaupt zu erkennen, ob ein Rad mit Motor ausgestattet ist. Dadurch gibt es eine immer größer werdende Gruppe von PedelecNutzern, die einfach der Meinung ist, dass man eine Technik, die das Leben leichter macht, auch nutzen sollte, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Niemand käme auf die Idee, sich erst einen Akkuschrauber oder eine Geschirrspülmaschine zu kaufen, wenn er körperlich nicht mehr dazu in der Lage ist, diese Arbeiten von Hand zu erledigen.
Gleichzeitig spielt natürlich die demografische Veränderung eine wesentliche Rolle. Gab es 1960 noch einen Anteil der Menschen über 60 Jahren von 17,4 % der Gesamtbevölkerung, so sind es heute 26,2 % und in 20 Jahren voraussichtlich 35,8 %, Tendenz weiter steigend. Ebenfalls stark steigend ist der Anteil der Menschen, die das Fahrrad wiederentdecken, um damit schnell und entspannt zum Einkaufen oder zur Arbeit zu kommen. Aus dem einstigen ArmeLeuteVerkehrsmittel ist eine gesunde, ökologische, preiswerte Alternative zum Auto geworden.
Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass häufig unterschiedliche Begriffe verwendet werden. Man spricht mal von EBikes, Elektrorädern oder Pedelecs, dem offiziellen Fachausdruck für die allermeisten Modelle. Dieser Begriff ist die Abkürzung für ein Pedal Electric Cycle und soll verdeutlichen, dass es sich um ein Fahrrad im herkömmlichen Sinne, also durch Pedalkraft angetrieben, handelt, das zusätzlich eine elektronische Unterstützung bekommt. Allerdings nur, solange auch tatsächlich getrampelt wird. Wir müssen eindeutig unterscheiden zwischen diesen Pedelecs und den EBikes, die eigentlich treffender mit Elektromofa bezeichnet würden, denn sie fahren nur durch Motorkraft, fallen deshalb aber auch unter die für Mofas geltenden Bestimmungen. Das heißt, sie benötigen Versicherung, Führerschein, Kennzeichen, Spiegel und sind in der Regel auf Radwegen nicht erlaubt. Sie unterliegen allerdings genausowenig der Helmpflicht, wie jedes andere Fahrrad auch. Ebenso wie die sogenannte „Schweizer Klasse“. Damit werden Räder bezeichnet, deren Motor erst bei einer Geschwindigkei von 40 km/h abschaltet.
Für die klassischen Pedelecs gelten exakt die Bestimmungen wie auch für Räder ohne Motorunterstützung, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:
Sobald eine dieser Bestimmungen nicht erfüllt wird, ist entweder eine Mofazulassung nötig oder das Rad ist nicht straßenverkehrstauglich.
1. Hinterradmotoren sind aufgrund der schlechten Gewichtsverteilung in den letzten Jahren etwas in den Hintergrung gerückt. Da es aber erhebliche Fortschritte im Bereich Größe und Gewicht der Motoren gibt, werden auch hier neuerdings wieder interessante Modelle angeboten. Der ganz neue Ansmann-Motor beispielsweise ist so klein, dass er hinter den Zahnrädern am Hinterrad komplett verschwindet und dennoch eine Leistung von 250 Watt und 36 Volt bietet.
2. Vorderradmotoren sind in den unterschiedlichsten Variationen und Preislagen zu bekommen. Das Besondere ist, dass sie antriebsunabhängig arbeiten. Das bedeutet, sie funktionieren bei einer Drei-Gang-Nabenschaltung mit Rücktrittbremse genauso wie bei einer 27-Gang-Kettenschaltung mit Freilauf. Hinzu kommt, dass sie mit verschiedenen Steuerungen erhältlich sind.
Da die Belastung durch den zusätzlichen Antrieb vor allem von der Gabel aufgefangen werden muss, ist bei Rädern mit dem Motor im Vorderrad besonders auf stabiles, für den Einbau eines Elektromotors ausgelegtes Material zu achten. Daher sind Nachrüstsätze, die in bereits vorhandene Fahrräder eingebaut werden, grundsätzlich sehr bedenklich.
Als Fachhändler ist es inzwischen gar nicht mehr erlaubt, ein bereits vorhandenes Fahrrad mit einem Motor nachzurüsten, ohne dieses in einer sogenannten Einzelabnahme vom TÜV auf ausreichende Stabilität prüfen zu lassen. Da diese allerdinges mehrere tausend Euro kostet, ist diese Möglichkeit uninteressant. Jeder Händler, der Ihnen anbietet, Ihr Rad nachzurüsten, handelt illegal und grob fahrlässig.
3. Der Mittelmotor ist das sicherlich am häufigsten verbaute System. Daher sind hier auch die namhaftesten Hersteller vertreten und die Auswahl hat sich in letzter Zeit deutlich vergrößert. Zuerst einmal ist der Panasonic-Motor zu nennen, der schon seit über acht Jahren von den bekanntesten Firmen wie Flyer oder Kalkhoff verbaut wird. Ab 2012 wird es diesen Antrieb nicht nur mit verschiedenen Akku-Größen, sondern auch in zwei Leistungsstufen geben, wodurch die Reichweite noch einmal deutlich erhöht wird. Hinzu kommt der seit 2011 angebotene Bosch-Motor, besonders interessant für Fahrer, die das Rad täglich nutzen und eine etwas sportlichere Fahrweise bevorzugen. Außerdem hat die Firma DerbyCycle einen eigenen Antrieb entwickelt, der in Qualität und Fahrweise dem Panasonic-Motor entspricht. Das besondere an diesem Impulse genannten Antrieb ist die Möglichkeit, ihn als einzigen Mittelmotor auch mit Rücktrittbremse zu bekommen. Die Dominanz des Mittelmotors kommt nicht von ungefähr. Die komplette Antriebseinheit einschließlich Motor, Steuerung und Akku sitzt direkt neben dem Tretlager mittig am Rad. Dadurch ergeben sich folgende Vorteile:
Nun, was sollten Sie beachten, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich ein Elektrorad zu kaufen? Zuerst einmal gelten die gleichen Regeln, wie bei einem normalen Rad auch. Das heißt, die ersten Fragen, die Sie sich stellen sollten, sind: Was habe ich mit dem Rad vor? Für welchen Einsatzzweck soll es genutzt werden? Daraus lässt sich bereits der Kreis der in Frage kommenden Räder stark eingrenzen. Als nächstes sollte geklärt werden, ob Sie bestimmte Anforderungen an das Rad stellen, die eine spezielle Ausstattung erfordern. Wenn dann noch festgestellt worden ist, welche Rahmengröße für Sie die richtige ist, steht einem ersten Test nichts mehr im Wege. Denn letztendlich ist der eigene Eindruck, den Sie nur bei einer ausgiebigen Probefahrt bekommen, immer noch die allerwichtigste Entscheidungshilfe. Um sich sozusagen an das richtige Modell heran zu arbeiten, können Sie eine Art Checkliste durchgehen. Dabei sind sowohl die Ausstattungsmerkmale des Rades als auch der Eindruck des Geschäftes entscheidend.
Die Kriterien, die das Fahrrad erfüllen soll, können Sie ganz für sich festlegen und mit einer möglichst genauen Vorstellung natürlich auch das Beratungsgespräch vereinfachen. Besondere Beachtung sollten Sie dabei dem Fachwissen des Verkäufers und der Auswahl an angebotenen Elektrorädern schenken. Da auch nach dem Kauf immer mal wieder Fragen auftauchen können bzw. ein Umbau, eine Reparatur oder Inspektion ansteht, ist es ebenso wichtig, dass Sie ein Geschäft finden, in dem Ihnen auch nach dem Kauf noch ein vernünftiger und kompetenter Service angeboten wird. Dazu gehören in erster Linie fundierte Kenntnisse zu den jeweiligen Rädern und auch die Möglichkeit, schnell und unkompliziert auf Reklamationen oder Sonderwünsche einzugehen. Ein Einzelhändler kann aber meist nur so gut sein, wie der Lieferant, der dahinter steht. Daher ist es ganz besonders wichtig, keine exotischen Produkte zu kaufen, bei denen wochenlang hinter Ersatzteilen hertelefoniert werden muss.
Ich benutze mein Rad ausschließlich zum Freizeitvergnügen, fahre nur bei schönem, trockenem Wetter und maximal Strecken von dreißig bis vierzig Kilometern, komme also auf maximal 1000 km pro Jahr.
Der klassische Freizeitradler stellt in der Regel nur wenige Anforderungen an sein Rad. Das bedeutet, dass er nicht immer die allerneueste und allerbeste Technik verlangt und vor allem ein pflegeleichtes Rad sucht, um das er sich nicht großartig kümmern muss, das auch nach Jahren noch ohne großen Wartungsaufwand funktioniert. Hier kommen wir zum ersten Denkfehler, den viele Kunden begehen. „Ich fahre ja nicht so viel, also brauche ich auch kein besonders hochwertiges Fahrrad. Warum soll ich 2000 Euro ausgeben, wenn ich im Supermarkt ein „ähnliches“ Rad für nicht einmal die Hälfte bekomme?“ Ein billiges Rad bedeutet im besten Fall nur sehr hohen Wartungsaufwand und sehr kurze Reparaturintervalle. Meistens ist es aber so, dass Ersatzteile für exotische Billigräder nirgendwo zu bestellen sind und eine normalerweise unerhebliche Reparatur zum Totalausfall des ganzen Rades führen kann. Im speziellen Fall der Elektroräder kommen noch die extremen Unterschiede bei den Akkus hinzu. Hierzu später mehr.
Außerdem haben unsere Erfahrungen und die Kundenreaktionen gezeigt, dass Sie unter Garantie erheblich mehr fahren werden, wenn Sie merken, wieviel Spass ein an Ihre Bedürfnisse angepasstes Fahrrad macht. „Ich bin in den paar Wochen, seitdem ich das Elektrofahrrad habe, mehr gefahren, als in den fünf Jahren davor.“ ist ein häufig benutzter Satz unserer Kunden.
Wer sein Rad regelmäßig nutzt, vielleicht sogar als echtes Verkehrsmittel oder als Autoersatz sieht, hat natürlich auch einen entsprechend hohen Anspruch daran. Meist haben sich solche Kunden dann auch schon etwas eingehender mit dem Thema beschäftigt und wissen sehr genau, worauf es ankommt. Gerade die Produkte, die intensiv genutzt werden, müssen natürlich eine hochwertige Verarbeitung bieten, denn der Verschleiß und die Beanspruchung wächst enorm mit der Menge der gefahrenen Kilometer. Zuerst gelten die gleichen Kriterien an Qualität und Langlebigkeit, wie bei einem normalen Fahrrad. Hinzu kommt die Lebensdauer des Akkus, die extrem stark variieren kann.
Ich bevorzuge eine besonders bequeme, aufrechte Sitzposition, hohe Geschwindigkeit ist mir überhaupt nicht wichtig.
Im ersten Moment wird jeder sagen „Natürlich will ich bequem sitzen, alles andere wäre doch Unsinn.“ Dabei muss allerdings klar sein, dass jeder Mensch eine andere Ansicht davon hat, was für ihn komfortabel ist und dass eine sehr aufrechte Sitzposition, die die allermeisten Freizeitfahrer als bequem bezeichnen, auch gewisse Einschränkungen mit sich bringt. Prinzipiell muss immer genau abgewogen werden, wie wichtig einem die Bequemlichkeit im Verhältnis zum Gewicht des Rades ist, denn eine Federung z.B. macht das Rad zwar bequemer, aber automatisch auch schwerer, ebenso wie ein dick gepolsteter Sattel. Da jedem in Bezug auf Bequemlichkeit zuerst immer der Sattel einfällt, kann ich ihnen nur folgendes sagen: Mit Sicherheit gibt es für jeden Menschen den idealen Sattel, er muss nur gefunden werden. Dabei spielen aber soviele Faktoren wie Körperbau, Sitzposition, Kleidung oder Training eine Rolle, die ganz unterschiedlich beurteilt werden, dass es müßig ist, irgendwelche Tipps zu geben, außer den, Geduld zu haben und solange verschiedene Sättel auszuprobieren, bis Sie den richtigen gefunden haben. Ein seriöser Händler wird Ihnen immer die Möglichkeit geben, einen Sattel nach ein paar Tagen wieder umzutauschen.
Noch ein Wort zur Rahmenform. Seit einigen Jahren beginnt man sich davon zu verabschieden, Fahrräder geschlechtspezifisch zu trennen. Auch die Männer haben erkannt, dass Trapezoder Waverahmen erheblich bequemer zum Einund Aussteigen sind als Diamantoder Herrenrahmen, die bei unseren Verkaufszahlen gerade einmal zwei Prozent ausmachen. Gerade bei den Pedelecs, die das Fahren vereinfachen sollen, ist es nur konsequent, auch die Rahmenform so komfortabel wie möglich zu wählen.
Ebenfalls sehr wichtig: Durch eine Motorunterstützung, also einen deutlich geringeren Kraftaufwand beim Fahren, wird einer Überanstrengung entgegengewirkt, weshalb auch Ermüdungserscheinungen viel, viel später auftreten. Deshalb ist ein Pedelec grundsätzlich bequemer als ein normales Fahrrad, denn der schmerzende Hintern oder die Handgelenke sind immer auch Zeichen von Erschöpfung und Verkrampfung.
Ich möchte das Rad vor allen Dingen auf Reisen und im Urlaub nutzen.
Inzwischen ist die Auswahl an Elektrorädern so groß, dass auch für diesen Zweck etwas dabei ist. Es gibt sehr kleine, kompakte Räder, die sich erstaunlich gut sogar für lange Touren eignen und den Vorteil haben, dass sie leichter zu verstauen sind, z.B. im Zug oder im Wohnmobil. Noch einfacher zu transportieren sind sogenannte Falträder, die eingeklappt nicht mehr Platz beanspruchen als eine Reisetasche, dennoch aber die gleichen Vorteile bieten wie ein großes Pedelec. Allerdings sollte man sich gerade hier besonders gut informieren und auf jeden Fall eine ausgiebige Probefahrt machen, da sich Falträder durch die kleineren Räder im Fahrverhalten recht stark von normalen Größen unterscheiden.
Ich habe vor allen Dingen Probleme mit dem Anfahren, das Rad aus dem Stand in Bewegung zu setzen.
Für diejenigen, denen besonders die ersten paar Meter Schwierigkeiten bereiten, sei es, weil sie etwas aus der Übung sind, Gleichgewichtsstörungen oder Schmerzen in den Knien haben, ist eine sogenannte Anfahrhilfe zu empfehlen. Dabei wird der Motor mit Hilfe eines Hebels oder Drehgriffs in Bewegung gesetzt, ohne zu trampeln. Sobald das Rad einmal rollt, kann dann problemlos mit dem Pedalieren eingesetzt werden und der Motor unterstützt weiterhin. Das Fahren ausschließlich mit Motorunterstützung ist allerdings gesetzlich auf eine Höchstgeschwindigkeit von sechs Stundenkilometern begrenzt. Es dient einzig zum Anfahren bzw. zum Schieben an extrem steilen Treppenrampen (z. B. am Baldeneysee). Bei einigen Modellen ist eine Schiebehilfe bereits serienmäßig verbaut, sie kann aber auch bei vielen Modellen mit Mittelmotor nachgerüstet werden. Bei allen Modellen mit Anfahrhilfe ist ein Mindestalter von 15 Jahren und ein Führerschein Pflicht.
Für Personen, denen relativ schnell die Puste ausgeht, ist eine Trittkraftsteuerung empfehlenswert. Diese misst den Pedaldruck des Fahrers und gibt entsprechend viel Unterstützung dazu. Das heißt, wenn Sie auf ebener Strecke ohne Anstrengung locker vor sich hin radeln können, bekommen Sie auch keine Motorkraft dazu, aber sobald Sie eine Steigung vor sich haben oder der Gegenwind zunimmt, schaltet sich der Motor automatisch zu.
Mein Partner hat deutlich mehr Kondition als ich, sodass ich immer hinterher fahre, besonders an Steigungen muss er oft auf mich warten.
Die Kraft, mit der ein durchschnittlicher Freizeitfahrer in die Pedale tritt, beträgt ca. 100 Watt, bei sportlichen Fahrern auch einmal 150 Watt bis hin zu 250 Watt bei professionellen Berufsfahrern. In der höchsten Stufe gibt Ihnen ein Elektromotor eben diese 250 Watt Unterstützung dazu. Mit anderen Worten: Sie werden von einem Profiradsportler angeschoben. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Sie auch dann noch hinterherfahren werden; sehr viel eher wird derjenige, der sonst immer auf Sie warten musste, schon bald ebenfalls den Wunsch äußern, sich ein neues Rad kaufen zu wollen.
Ich bin es gewohnt, eine Rücktrittbremse zu haben, fühle mich damit erheblich sicherer und möchte auf keinen Fall darauf verzichten.
Ein ganz entscheidender Punkt für die Auswahl des richtigen Rades, denn von der Art der Bremse ist auch die Art des in Frage kommenden Antriebssystem abhängig. Bei den bereits erwähnten Mittelmotoren sitzt das gesamte System einschließlich Batterie direkt im Rahmen und treibt die Kette an. Seit 2011 sind auch Mittelmotoren mit Rücktritt erhältlich. Diese Eigenentwicklung der Firma Derby Cycle ist deshalb eine ernste Alternative zum Panasonic-System, das zwar ebenfalls demnächst mit Rücktritt kommen soll, aber noch kein Liefertermin bekannt ist. Anders als beim Hinterradmotor, bei dem es zwar immer mal Ansätze gegeben hat, einen Antrieb mit integrierter Bremse zu entwickeln, allerdings ohne Erfolg. Das bisherige Argument des Vorderradmotors, als einziges System mit Rücktritt kombinierbar zu sein, ist also überholt.
Ich habe ein begrenztes Budget zur Verfügung und das Rad darf eine bestimmte Summe nicht überschreiten.
Wer sagt, dass er bei einem Elektrorad für siebenhundert Euro nichts falsch machen kann, der wird schnell eines besseren belehrt, wenn nach wenigen Monaten der Akku ausgetauscht werden muss oder eine Reparatur gar nicht möglich ist, weil die Ersatzteile nicht zu bekommen sind. Selbstverständlich ist dem Preis nach oben keine Grenze gesetzt, aber egal, welche kompetente Meinung Sie sich holen, absolut jeder wird Ihnen versichern, dass ein vernünftiges Pedelec mindestens 1800 Euro kostet. Für bestimmte Einsatzzwecke mögen auch 1500 Euro genügen, aber alles darunter ist rausgeschmissenes Geld. Normalerweise würde ich immer eher zu einem guten Gebrauchtrad raten, aber im Fall der Elektroräder ist besondere Vorsicht geboten, da man nie sicher sein kann, wie lange der Akku noch hält und ob es passenden Ersatz dafür gibt bzw. dieser dann so teuer ist, dass es letztendlich ein Zusatzgeschäft wird. Dass an einem hochwertigen Pedelec allein der Akku so viel kostet, wie ein komplettes BilligElektrorad, sagt schon einiges über die Qualität aus.
Mein Rad muss zweckmäßig sein und das Fahren soll einfach nur Spaß machen.
Dazu nur soviel: Kaufen Sie das Rad, von dem Sie absolut überzeugt sind, dass es für Ihre Zwecke das richtige ist. Das finden Sie nur heraus, wenn Sie verschiedene Modelle ausprobieren und vergleichen. Lassen Sie sich gut und ausgiebig beraten, ohne sich zum Kauf eines bestimmten Rades drängeln zu lassen. Auch Ihr bester Freund, der es sicherlich nur gut meint, kann nicht unbedingt abschätzen, welche Anforderungen ein Rad erfüllen muss, damit es zu Ihnen passt. Daher sollten Sie sich tatsächlich in erster Linie nur auf Ihr eigenes Urteil verlassen. Also noch einmal: Lieber fünf Räder zuviel Probe fahren, als eines zu wenig.
Natürlich gehen viele dieser Punkte ineinander über bzw. schließen sich gegenseitig aus. Dennoch können Sie anhand dieser Liste die in Frage kommenden Modelle bereits sehr stark eingrenzen und sehr gezielt nach passenden Elektrorädern fragen.
Die häufigsten Fragen zum Thema Elektrorad betreffen die Batterien. Völlig zu Recht, denn sie sind der empfindlichste und mit Abstand teuerste Teil eines hochwertigen Pedelecs.
Wieviel wiegt so eine Batterie?
Das ist sehr unterschiedlich und vor allem abhängig von der chemischen Zusammensetzung und der Leistungsfähigkeit. Ein moderner LithiumAkku wiegt je nach Reichweite und Amperezahl zwischen 2,4 und 3,6 kg. Ein auch heute noch in Baumarkträdern verwendeter BleiGelAkku wiegt gute neun Kilo.
Muss die Batterie immer leer gefahren werden, bevor sie aufgeladen wird?
Eine der nicht tot zu kriegenden Legenden über Batterien. Früher gab es NickelCadmiumAkkus mit sogenanntem MemoryEffekt. Das hieß, dass sie nur zu dem Grade wieder aufladbar waren, wie sie auch entleert worden sind. Wurden sie also bereits wieder gefüllt, wenn sie noch halbvoll waren, haben sie sich auch danach nur noch bis zur Hälfte entleert und dann bereits keinen Strom mehr abgegeben. Dies ist aber schon seit Jahren nicht mehr der Fall. Selbst bei den ebenfalls schon nicht mehr aktuellen MetallHydridAkkus war dieser MemoryEffekt nahezu verschwunden und bei den aktuellen LithiumZellen spielt es überhaupt keine Rolle, in welchem Zustand sie geladen werden. Die einzige Einschränkung betrifft die allerersten vier bis fünf Ladungen eines neuen Akkus. Diese sollten nach Möglichkeit einen kompletten Vollladezyklus umfassen, also möglichst leer gefahren und komplett voll geladen werden. Dadurch wird die Gesamtkapazität noch einmal erhöht.
Wie behandle ich den Akku im Winter oder bei längerem Nichtgebrauch?
Die allerwichtigste Frage in Bezug auf Batterien, denn die einzige Möglichkeit, sie tatsächlich unbrauchbar zu machen, ist die Tiefentladung. Das heißt, eine LithiumBatterie besitzt eine minimale Selbstentladung, ihre Kapazität nimmt also ganz langsam ab, wenn sie nicht regelmäßig geladen wird. Wenn sie nun bei der letzten Fahrt im Herbst komplett leer gefahren wird, dann von November bis März unbenutzt in der Garage liegt, reicht die vorhandene Restenergie nicht mehr aus, um dem Ladegerät zu signalisieren, den Ladevorgang zu beginnen. Daher sollten Sie also immer eine Batterie geladen überwintern, und zwar am besten bei einer Temperatur von ca. 15 Grad an einer Stelle, wo Sie ab und zu daran erinnert werden, einmal zu prüfen, in welchem Zustand sich der Akku befindet, um ihn gegebenenfalls erneut zu laden. Dass ausschließlich das mitgelieferte OriginalLadegerät verwendet werden darf, sollte selbstverständlich sein. Ebenfalls zu beachten ist, dass die Leistung einer Batterie abhängig von der Außentemperatur ist. Die Reichweite nimmt bei weniger als zehn Grad Celsius deutlich ab.
Wie lange dauert der Ladevorgang?
Das ist sehr stark abhängig von der verwandten Technik des Akkus und des Ladegerätes. Moderne Batterien mit einer Leistung von 10 bis 18 Ampere benötigen in der Regel zwischen drei und sechs Stunden, um komplett voll geladen zu werden. In den meisten Fällen wird es aber so sein, dass der Akku über Nacht geladen wird, also die Zeit gar nicht so entscheidend ist. In diesem Fall ist eher interessant, dass vor allem das Ladegerät erkennt, wann der Akku voll ist und es den Ladevorgang abbricht, um keinen Schaden zu verursachen. Sollten Sie doch einmal, z.B. im Urlaub, eine etwas größere Reichweite benötigen und haben Sorge, nicht an Ihrem Ziel anzukommen, laden Sie zwischendurch den Akku bei einer Kaffeepause auf.
Wieviel kostet eine Ladung?
Durchschnittlich verbraucht ein Pedelec ungefähr eine Kilowattstunde auf einhundert Kilometer. Dadurch ergeben sich für eine Vollladung je nach Akkuleistung und Strompreis Kosten zwischen 20 und 40 Cent, vergleichbar mit denen für zehnminütiges Duschen oder das Kochen einer Kanne Kaffee.
Wie hoch ist die Lebensdauer einer Batterie?
Auch hier natürlich in erster Linie abhängig von der Qualität. Bei einem 100 EuroAkku können Sie davon ausgehen, dass er nach einem Jahr beginnt, sehr stark an Leistung zu verlieren. Hochwertige Markenfabrikate sollten ihre volle Leistungsfähigkeit mindestens fünf Jahre behalten. Ihre Haltbarkeit ist aber in erster Linie von der Anzahl der Ladevorgänge, also indirekt von der Menge der gefahrenen Kilometer abhängig. Hier können Sie bei vorsichtiger Schätzung mit einer Kapazität von 20.000 Kilometern rechnen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen kleinen Einblick in die faszinierende Welt der Elektroräder geben und würde mich freuen, Sie einmal bei uns für ein ausführliches Beratungsgespräch und eine Probefahrt begrüßen zu können.
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